Bedeutung der Dokumentation

Die im Zusammenhang mit der Relativität des Fehlerbegriffs referierten Fälle, die alle authentisch sind, zeigen, daß es einen sehr großen Einfluß auf die rechtliche Beurteilung des Sachverhalts haben kann, ob bestimmte Zusammenhänge im Handbuch oder auch in einer Hilfefunktion erläutert sind, oder ob am Bildschirm bestimmte Fehlermeldungen[6] angegeben werden. Es geht also um die Art und Güte der Dokumentation des EDV-Systems bzw. der Hard- und Software.

Die Dokumentation ist für Juristen ein Prädestiniertes Einfallstor. Man kann sie – soweit sie auf Papier vorliegt – abheften, sie ist aktengerecht. Sie ist sprachlich formuliert, auch der Jurist kann sie lesen und verstehen. Alle anderen (beispielsweise konstruktiven ) Merkmale kann der Jurist viel schwerer verstehen und handhaben; man braucht von vornherein Sachverständige, man braucht Exemplare des Produkts, die man nicht in die Akte heften kann.

Aus diesem Grund kann Softwarehäusern nur dringend geraten werden, sich stark um die Qualität ihrer Dokumentationen zu bemühen.

Zur Frage wann eine Dokumentation vorliegen muss vgl. BGH, Urt. v. 20.02.2001 - X ZR 9/99.

Fraglich ist auch immer wieder, ob die Dokumentation als Haupt- oder Nebenpflicht zu sehen ist.

[6] Gemeint sind hier Fehlermeldungen, die auf bestimmte unzulässige oder problematische Nutzereingaben reagieren.